Bahnstadt – ein neuer Stadtteil und eine Erfolgsgeschichte

Veröffentlicht am 31.10.2018 in Kommunalpolitik

Der Gemeinderat hat den Zwischenbericht der Verwaltung zum Bahnstadt-Projekt – beifällig – zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung legte wieder einmal einen gewaltigen Zahlenfriedhof vor, der sich einem Außenstehenden und Nicht-Fachmann schwer erschließt.
Schließlich umfasst das vorgestellte Zahlenwerk die Bebauung östlich der Bahn (Einkaufszentrum), das alte Meßplatz-Areal zwischen Bahnlinie, B 35, Schnabel-Henning-Str. und Stadtwerke, aber auch die Sanierung des OGA-Areals, die erst nach Projekt-Beginn in das Zahlenwerk aufgenommene Bahnquerung. Vor allem haben die vielen Änderungen, die das Projekt während der langen Laufzeit von 7 Jahren erfahren hat die Zahlen verändert, wie zB die erste jüngst beschlossene Ausführung des
Quartiersplatzes in der Bahnstadt beim Exiltheater neben der Saalbach.
Starteten wir 2011 noch mit Bedenken, auch wegen der zahlreich vorhandenen Altlasten und war die Baukonjunktur vor 8 Jahren noch längst nicht so heißgelaufen wie heute – betrachtet man die Bau-Welt heute mit anderen Augen:
Eine Wohnungsnachfrage, die dazu führt, das Areal jetzt viel schneller als gedacht zu erschließen und zu bebauen, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Bruchsal hat enormen Zuzug, prosperiert wirtschaftlich und muss jetzt viel mehr Wohnungen bereitstellen, als man vor 10 Jahren dachte.
War die SPD-Fraktion anfangs zugegebenermaßen wegen der Risiken (Altlasten!) noch kritisch – schließlich kann ein Euro nur einmal ausgegeben werden - sind wir jetzt froh die Wohnungsnot mit der in vollem Gang befindlichen Bebauung der Bahnstadt lindern zu können. Deswegen drücken wir jetzt (mit) auf das Gaspedal, was die Bebauung anlangt.

Sehr erfreulich ist auch das finanzielle Ergebnis für den städtischen Haushalt: Rechnete man in 2011 noch mit einem (grob geschätzten) Finanzaufwand (Zuschussbedarf) von 2,2 Millionen Euro, liefert die Bebauung jetzt einen Deckungsbeitrag von 2,8 Millionen. Ein Plus von rund 5 Millionen Euro! Dieser enorme Verbesserung ist auf gutes Arbeiten der Verwaltung bei der komplizieren Sanierung der Areals und auf die boomende Baukonjunktur zurückzuführen, die uns höhere Grundstückspreiserlöse erbrachte, als angenommen.
Diese Baukonjunktur ist nun leider auch dafür verantwortlich, dass die Gleisquerung 4,7 Millionen Euro teurer wird, als kalkuliert.
Bitter: diese Gleisquerung wäre 1996 für relativ wenig Geld zu haben gewesen. Die SPD scheiterte damals mit ihrer Meinung, die Querung dringend zu realisieren, am Alt-OB Bernd Doll, der lieber in die (gescheiterte) Internationale University (IU) investierte, auch weil er die Bahnquerung für überflüssig hielt.

 

Zusammengefasst:
Die SPD-Fraktion wird einem ihrer Kernanliegen, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum für die Bürger der Stadt bauen zu lassen bzw. durch die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft selbst zu bauen, weiter Nachdruck verleihen. Der Haushaltsentwurf der Stadt Bruchsal für 2019 trägt insofern bereits die Handschrift der SPD.

Jürgen Schmitt (SPD-FV)

 

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