'Zum Himmel schreiende Strahlen’ - Pressemitteilung von Stadträtin Langrock

Veröffentlicht am 19.09.2008 in Pressemitteilungen

In einem Artikel der BNN vom 2. August 2008 äußerte sich Frank Straub, Geschäftsführer des Blanco-Konzerns zur öffentlichen Kritik an der beleuchtungsintensiven Präsentation seines Firmengebäudes und kündigte technische Lösungen an, „ um die extreme Beleuchtung des Himmels zu reduzieren“ , auch könne er sich „flexible Lösungen vorstellen, um den Sternwarten und Himmelsbeobachtern entgegenzukommen“.

Kein Verständnis habe er allerdings für den Vorwurf der Energieverschwendung: „Die Beleuchtung von Firmengebäuden ist üblich und für uns eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Wir sind der Öffentlichkeit keine Rechenschaft über unseren Energieverbrauch schuldig“, meinte Straub in besagtem Artikel.
In seinem Kommentar vom 9.8.08 monierte BNN-Chefredakteur Hansjörg Ebert das Desinteresse der Stadtverwaltung, „ die von der Geschichte in doppelter Weise tangiert“ sei, denn auch wenn eigentlich nur eine Fassadenbeleuchtung vorgesehen war, "wirke die LED-Bestrahlung wie ein Skybeamer – und der sei genehmigungspflichtig. Deshalb müsse zum einen das Ordnungsamt als Verkehrsbehörde klären, ob von der Himmelsillumination eine Gefahr für den Straßenverkehr ausgehe, denn die zuständige Polizeibehörde habe bereits Bedenken gegen den Lichtdom angemeldet. Außerdem müsse die Baurechtsbehörde eigentlich "solche öffentlichkeitswirksamen 'Werbeanlagen' genehmigen".

In einer Pressemitteilung greift Stadträtin Langrock die in einem Leserbrief an die BNN vom 13.8.08 geäußerte Kritik an der arroganten Haltung der Firma Blanco auf:

„Wir sind der Öffentlichkeit keine Rechenschaft über unseren Energieverbrauch schuldig.“ Dieser Satz ist so richtig dazu angetan, die bestehenden Vorurteile über die herrschende Kaste der Wirtschaftsbosse zu schüren. Da strahlt ein Unternehmen seit einiger Zeit nicht nur sein Gebäude an, sondern weit darüber hinaus, als ob ihm die Lufthoheit zustehe. Die einen nennen das Luftverschmutzung, ich nenne das schlicht und ergreifend (auch) Energieverschwendung.
Die vom Konzernchef angeführte Kosten-Nutzen-Rechnung mag hingenommen werden im Bezug auf die Gebäudebeleuchtung, nicht aber für die zum Himmel schreienden Strahlen. Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde schont unsere Umwelt. Die Auswirkungen eines sorglosen Umgangs mit Energie spüren auch wir hier. Enorme Hitzeperioden, Platzregen mit Überschwemmungen, Tornados – alles schon da gewesen.
Großherzig beschließt das Unternehmen auf Druck, jetzt das Licht zwischen 0.30 und 5.30 Uhr auszuschalten. Der Diskothek in der John-Deere-Straße hat man seine Strahler untersagt. Wo bleibt hier das Eingreifen der Politik? Knickt sie ein weiteres Mal ein?
Und wenn alles nichts hilft, sei das Unternehmen schließlich auf Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes hingewiesen, in dem es heißt: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
Auch und gerade Wirtschaftsbosse sind daran zu messen. Oder sollten die Vorurteile etwa gar keine sein?

Helga Langrock

Weitere Informationen zum Thema Skybeamer und Lichtverschmutzung findet man z.B. unter ajoma.de/dark_sky oder hellenot.com.
Und hier geht's zu den Umweltleitlinien der BLANCO GmbH &Co KG...

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